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Ökotechnologien zur Verbesserung der Wasserqualität in urban geprägten Seen – vom Vergleich zur modellgestützten Analyse

Seen sind zunehmend von Nährstoffeinträgen betroffen, die insbesondere auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sind. Diese Entwicklungen fördern die Eutrophierung und die Verschlechterung der Wasserqualität dieser Gewässer mit negativen ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen. Zur Bekämpfung der Eutrophierung wurden verschiedene gewässerinterne Restaurationsmaßnahmen entwickelt. Die Wasserqualitätsmodellierung gilt dabei als wichtiges Instrument, um in Szenario-Analysen die Wirksamkeit von Maßnahmen auf die Wasserqualität im Gewässer zu bewerten und bei Managemententscheidungen zu unterstützen. Für die modellbasierte Umsetzung von Maßnahmen in Wasserqualitätsmodellen besteht weiterhin Untersuchungsbedarf.

In dieser Arbeit wurde ein auf CE-QUAL-W2 basierendes Gewässergütemodell für den Fennsee, einen Flachsee am Ende der Grunewaldseenkette im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, erstellt und auf Grundlage umfangreicher Messdaten kalibriert. Dazu wurde eine Sensitivitätsanalyse zur Identifikation einflussreicher Modellparameter und Steuergrößen durchgeführt, um die anschließende Anpassung des Modells an die beobachteten Gewässerprozesse zu unterstützen. Das Modell konnte die stofflichen Bilanzflüsse des Fennsees im Mittel darstellen und wurde für die Analyse verschiedener Managementszenarien angewendet. Die Maßnahmen Sedimententnahme, Tiefenwasserbelüftung, Eisenhydroxidzugabe, Tiefenwasserentnahme sowie eine Maßnahmenkombination wurden in CE-QUAL-W2 umgesetzt. Die Simulationsergebnisse zeigten deutliche Unterschiede zwischen den Maßnahmen: Während die Sedimententnahme nur eine kurzfristige Auswirkung auf die Wasserqualität im Fennsee hatte, konnte mit der Eisenhydroxidzugabe und der Tiefenwasserentnahme eine langfristige Reduktion der Nährstoffverhältnisse erreicht werden. Die Tiefenwasserbelüftung führte zu einer erhöhten Trübung und Nährstoffverfügbarkeit, konnte jedoch als einzige Maßnahme die Sauerstoffkonzentrationen im Fennsee bedeutend anheben.

Diese Arbeit verdeutlicht das Potenzial des Wasserqualitätsmodells CE-QUAL-W2 als Werkzeug für die Bewertung und Planung von Maßnahmenstrategien und liefert relevante Erkenntnisse für das Management eutrophierter urbaner Seen mit hohen externen Einträgen.

Lakes are increasingly affected by nutrient inputs, which are primarily attributable to human activities. These developments promote eutrophication and the deterioration of water quality in these water bodies, with negative ecological, social, and health consequences. Various in-lake restoration measures have been developed to combat eutrophication. Water quality modeling is considered an important tool for evaluating the effectiveness of such measures on water quality in scenario analyses and for supporting management decisions. However, further research is needed for the model-based implementation of measures in water quality models.

In this study, a water quality model based on CE-QUAL-W2 was developed for Fennsee, a shallow lake located at the end of the Grunewald lake chain in the Berlin district of Charlottenburg-Wilmersdorf, and calibrated using extensive measurement data. A sensitivity analysis was conducted to identify influential model parameters and control variables, supporting the subsequent adjustment of the model to observed lake processes. The model was able to reproduce the mass balance in water quantity and water quality of Fennsee on average and was applied to analyze various management scenarios. The measures sediment removal, hypolimnetic aeration, iron hydroxide addition, hypolimnetic withdrawal, and a combination of measures were implemented in CE-QUAL-W2. The simulation results showed clear differences between the measures: while sediment removal had only short-term effects on water quality in Fennsee, both iron hydroxide addition and hypolimnetic withdrawal achieved a long-term reduction in nutrient levels. Hypolimnetic aeration led to increased turbidity and nutrient availability but was the only measure that significantly improved oxygen concentrations in the lake.

This study highlights the potential of the CE-QUAL-W2 water quality model as a tool for evaluating and planning management strategies and provides relevant insights for managing eutrophic urban lakes with high external nutrient inputs.

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