PartnerING – Integration kollaborationsfördernder Elemente in Bauprojekte : Forschungsbericht
Elemente zur Förderung eines kollaborativen Umgangs (nachfolgend auch als Partnerschaftselemente bezeichnet) sind in alternativen Leitbildern der Projektabwicklung fester Bestandteil. Zur Integration von Partnerschaftselementen in konventionell realisierten Projekten fehlt es häufig an ausreichenden Informationen hinsichtlich der Möglichkeiten sowie einer methodischen Vorgehensweise, sodass häufig nur tradierte Methoden des Projektmanagements genutzt und vertraglich vereinbart werden.
Das Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines Leitfadens zur Integration kollaborationsfördernder Elemente in konventionell realisierten Projekten, um eine partnerschaftliche Bauprojektrealisierung im Interesse aller Beteiligten in der Breite zu fördern. Im Leitfaden werden unter Berücksichtigung der verschiedenen Perspektiven der am Bau Beteiligten Handlungsempfehlungen veranschaulicht, um hierfür ein strukturiertes Vorgehen bei der Projektrealisierung zu gewährleisten. Die maßgebliche Forschungsfrage hierfür lautete, wie sich die einzelnen Elemente aus alternativen Projektabwicklungsformen auf die konventionelle Projektabwicklung übertragen lassen.
Im ersten Schritt wurde der Untersuchungsrahmen festgelegt. Hierfür wurde der Begriff des Projektabwicklungsmodells aufbauend auf einer Literaturrecherche definiert. Anschließend wurden relevante Leitbilder der Projektabwicklung voneinander abgegrenzt. Dazu wurden die folgenden Kriterien identifiziert und angewandt: notwendige Vorarbeiten auf Auftraggeberseite, Ausprägung einer kollaborativen Zusammenarbeit, Zeitpunkt der Einbindung der Ausführung, Unternehmereinsatzformen, Planungsverantwortung, Umgang mit Risiken und Vergütungsmodell. Darauf aufbauend wurde festgelegt, dass für die weitere Untersuchung die Einzelunternehmervergabe sowie der Generalunternehmer (GU)/Generalübernehmer (GÜ) ohne Ausführungsplanung als konventionelle Projektabwicklungsmodelle im engeren Sinne, der GU/GÜ mit Ausführungsplanung sowie der Totalunternehmer/Totalübernehmer (TU/TÜ) als konventionelle Projektabwicklungsmodelle im weiteren Sinne betrachtet werden. Partnering und die Integrierte Projektabwicklung (IPA) wurden als alternative Projektabwicklungsmodelle weiterverfolgt. Im zweiten Schritt folgte eine systematische Literaturrecherche zur Identifizierung von Partnerschaftselementen. Im Ergebnis konnten ca. 70 Partnerschaftselemente herausgearbeitet werden. Diese wurden anschließend induktiv kategorisiert. Hieraus ergaben sich die vier Handlungsbereiche Vertrag und Vergütung, Organisation und Technologie, Kultur und Soziales sowie Streitbeilegung und Begleitung. Hierbei stand der Nutzen für die Bauprojektrealisierung im Fokus. Für die einzelnen Partnerschaftselemente wurden deren Bedeutung/Funktion und deren Voraussetzungen/Randbedingungen herausgearbeitet. Zudem wurde analysiert, welche außerfachlichen Kompetenzen für deren Umsetzung notwendig sind. Im dritten Schritt wurde eine Onlinebefragung zu aktuellen Erfahrungen mit/ohne Partnerschaftselemente(n) durchgeführt, an der 424 am Bau Beteiligte teilnahmen. Im vierten Schritt erfolgten eine Validierung und Finalisierung der Ergebnisse durch zwei Expertenworkshops und die Einbindung juristischer Kompetenz. Dadurch wurde insbesondere die praktische Umsetzbarkeit überprüft. Kritisch zu würdigen ist, dass die vorab definierten Zielerreichungskriterien für das Forschungsprojekt erfüllt wurden. Die avisierte Anzahl der Beteiligten an der Onlinebefragung wurde deutlich übertroffen.
Für die praktische Nutzung der Ergebnisse wurde ein Leitfaden erstellt, in dem die einzelnen Partnerschaftselemente vorgestellt werden. Darüber hinaus wurden deren jeweilige Funktionen angegeben und dargestellt, in welchen konventionellen Projektabwicklungsformen diese jeweils anwendbar sind. Dieser Leitfaden soll Baubeteiligten dazu dienen, die Integration von Partnerschaftselementen in die konventionelle Projektabwicklung frühzeitig zu diskutieren und strukturiert umzusetzen. Durch die beabsichtigten positiven Auswirkungen auf die Kollaboration der Projektbeteiligten sollen mittelbar auch die Projektkultur und die Zielerreichung von Bauprojekten verbessert werden.
Elements that promote collaborative interaction, or partnership elements, are an integral part of The research project aims to develop guidelines for incorporating collaboration-promoting elements into conventionally implemented projects, with the goal of fostering partnership-based construction project implementation that benefits all parties involved. The guidelines provide recommendations for action that take into account the different perspectives of those involved in construction, ensuring a structured approach to project implementation. The key research question was how elements from alternative project delivery systems could be transferred to conventional project management. The first step was to define the scope of the study. To this end, a literature review was conducted to define the concept of project delivery systems. Relevant project delivery systems were then distinguished from one another. The following criteria were identified and applied: necessary preparatory work on the client side; degree of collaborative cooperation; timing of contractor involvement; forms of contractor deployment; planning responsibility; risk management; and remuneration model. Based on these criteria, it was determined that, for further investigation, sole trader contracts and general contractors without execution planning would be considered conventional project delivery systems in the narrower sense. Meanwhile, general contractors with execution planning and total contractors would be considered conventional project delivery systems in the broader sense. Partnering and integrated project delivery systems (IPA) were pursued as partnership-based project delivery systems. The second step involved a systematic literature review to identify partnership elements. As a result, around 70 partnership elements were identified. These were then categorised inductively. This yielded four areas of action: contracts and remuneration; organisation and technology; culture and social issues; and dispute resolution and support. The focus here was on the benefits for the implementation of construction projects. The significance, function, prerequisites and constraints of the individual partnership elements were identified. Additionally, an analysis was conducted to determine the necessary nontechnical skills for implementation. The third step involved conducting an online survey on current experiences with and without partnership elements, in which 424 people involved in construction took part. The results were then validated and finalised in two expert workshops involving legal expertise. This was particularly important for verifying the practical feasibility of the findings. The predefined target achievement criteria for the research project were met. The target number of participants in the online survey was significantly exceeded. A guide was created to support the practical application of the results, presenting the individual
partnership-based project delivery systems. However, when it comes to integrating these elements
into conventional projects, there is often insufficient information about the possibilities and a
methodical approach. Consequently, traditional project delivery systems are frequently used and
agreed upon in contracts.
partnership elements. Their respective functions were also specified, along with the conventional
project delivery systems to which they can be applied. The guide is intended to help those involved in construction discuss the early-stage integration of partnership elements into conventional project delivery systems and implement them in a structured manner. The positive effects on collaboration between project participants should also improve the project culture and achievement of construction project goals indirectly.
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