Feedback

In-Prozess Verschleißmessung profilierter Schleifscheiben mit Radarsensorik

GND
1369042485
Affiliation/Institute
Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik
Albergt, Max

Für die Herstellung hochpräziser Werkstücke wird vorrangig das Fertigungsverfahren Schleifen im letzten Schritt der Prozesskette eingesetzt. Angesichts der hohen geforderten Oberflächenqualitäten sowie Form- und Lagetoleranzen am Bauteil ist es essenziell, den Schleifprozess zuverlässig zu überwachen und flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Die direkte Messung des Schleifscheibenverschleißes während des Schleifprozesses stellt eine große technologische Herausforderung dar. Aufgrund einer Vielzahl an Störgrößen (Kühlschmierstoff, Späne, etc.) können optische oder taktile Messsysteme nicht verwendet werden.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird ein neuer Ansatz der Messung des Radialverschleißes von profilierten Schleifscheiben verfolgt. Es wird ein neuartiger Radarsensor eingesetzt, der im frequenzmodulierten Dauerstrichbetrieb in einem Frequenzbereich von 82 GHz bis 99 GHz arbeitet. Die Radartechnologie ermöglicht eine berührungslose Messung mit gleichzeitig hoher Auflösung, ohne von prozessbedingten Störgrößen beeinflusst zu werden. Mithilfe einer dielektrischen Linse wird das Radarsignal auf einen Messfleck mit einem Durchmesser von 5 mm fokussiert.

Für eine direkte In-Prozess Messung des Schleifscheibenverschleißes wurde ein Messsystem konzipiert und in eine Versuchsmaschine integriert. Die Messgenauigkeit des Systems beträgt bis zu ±1,7 µm, wobei die Schleifscheibenspezifikation das Messergebnis nicht beeinflusst. Messungen am geraden Schleifscheibenprofil korrelieren unter realen Prozessbedingungen sehr gut zwischen den Messdaten des Radarsensors und dem, über ein Einstechverfahren bestimmten, Verschleiß der Schleifscheibe (Plättchenmethode). Die berechneten Ausgleichsgeraden beider Verschleißkurven weichen nach einem Meter Schleifweg im Mittel um 6,1 µm voneinander ab. Mit dem Steigungswert der Verschleißkurven wurde ein Kennwert ermittelt, mit dem sich unterschiedliche Schleifscheibenspezifikationen bezüglich Ihres Verschleißverhaltens vergleichend bewerten lassen. Dadurch lässt sich der Einfluss der Einstellparameter (Schnittgeschwindigkeit, Vorschubgeschwindigkeit und Eingriffstiefe) auf das Verschleißverhalten von Schleifscheiben bestimmen und der Zerspanprozess optimal auslegen, weil die Verschleißauswirkungen sofort dokumentiert werden. Durch ein Abscannen der Schleifscheibenoberfläche mit dem Sensor kann ein digitaler Zwilling der Schleifscheibe erstellt werden. Dadurch wird ein virtuelles Abbild der Schleifscheibe erstellt, anhand dessen der Verschleißzustand der Schleifscheibe dargestellt und der optimale Zeitpunkt für den Abrichtvorgang bestimmt werden kann.

Untersuchungen an profilierten Schleifscheiben zeigen, dass die Betrachtung von kritischen Profilbereichen wie z. B. der Spitze von Radienprofilen möglich ist, wenn die Breite des zu messenden Profils größer als der Messfleckdurchmesser ist.

For the production of high-precision workpieces, the manufacturing process of grinding is primarily used in the final step of the process chain. In order to meet the high surface qualities and form and position tolerances required on the component, it is essential to monitor the grinding process reliably and react flexibly to changes. The direct measurement of grinding wheel wear during the grinding process represents a major technological challenge. Optical or tactile measuring systems cannot be used due to a large number of interfering variables (cooling lubricant, chips, etc.). A new approach to measuring radial wear is being pursued in this thesis. A new type of radar sensor is used, which operates in frequency-modulated continuous wave mode in a frequency range from 82 GHz to 99 GHz. The radar technology enables non-contact measurement with high resolution without being influenced by process-related interference. A dielectric lens is used to focus the radar signal onto a measuring spot with a diameter of 5 mm.

For a direct, in-process measurement of grinding wheel wear, a measuring system was developed and integrated into a test machine. With the help of high-precision positioning axes, the sensor is continuously held in the ideal measuring position. The resolution of the system is up to ±1.7 µm, whereby the grinding wheel specification does not influence the measurement result. Measurements on the straight grinding wheel profile under real process conditions correlate very well between the measurement data of the radar sensor and the wear of the grinding wheel determined using a grooving method.

The calculated compensation lines of both wear curves deviate from each other by an average of 6.1 µm after one meter of grinding path. The gradient value of the wear curves was used to determine a characteristic value that can be used to compare different grinding wheel specifications in terms of their wear behavior. This allows the influence of the setting parameters (cutting speed, feed rate and depth of engagement) on the wear behavior of grinding wheels to be determined and the cutting process to be optimally designed because the effects of wear are immediately documented. By scanning the grinding wheel surface with the sensor, a digital twin of the grinding wheel can be created. This provides a virtual image of the grinding wheel, which can be used to display the wear condition of the grinding wheel and determine the ideal time for the dressing process.

Investigations on profiled grinding wheels show that it is possible to observe critical profile areas, such as the tip of radius profiles, if the width of the profile to be measured is larger than the measuring spot diameter.

Rights

Use and reproduction:

Access Statistic

Total:
Downloads:
Abtractviews:
Last 12 Month:
Downloads:
Abtractviews:

Cite

Citation style:
Could not load citation form.