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Auswirkungen des Klimawandels auf ausgewählte Gewerke der Baubranche unter besonderer Berück­sichtigung des Faktors Mensch : Abschlussbericht des interdisziplinären Forschungsprojektes KlimaBau ; Projektlaufzeit: 01. März 2020 bis 28. Februar 2021

Wesentliche Teile der Bauproduktion finden unter „freiem Himmel“ statt. Bauunternehmen sind dabei in unterschiedlicher Weise von den verschiedenen Witterungsereignissen (z. B. hohen und niedrigen Lufttemperaturen, Niederschlag, Wind) abhängig. Trotz der Tatsache, dass Bauunternehmen seit jeher von Witterungseinflüssen abhängig sind, sind die vorhandenen Regelungen unvollständig und teilweise unkonkret (z. B. Grenzwert „starker Wind“). Im Zuge des Klimawandels ist damit zu rechnen, dass zukünftig und entgegen dem bisherigen Verständnis von ungünstiger Jahreszeit die heißeren und trockeneren Sommer eine die Bauausführung zunehmend limitierende Jahreszeit darstellen. Die zukünftig milderen und feuchteren Winter hingegen könnten eine kontinuierlichere Bautätigkeit begünstigen. Es verwundert daher nicht, dass vereinzelt Forderungen lauter werden, auch sommerliche Bedingungen während der Bauausführung stärker zu berücksichtigen. Insbesondere zum Schutz der am Bau Beteiligten mangelt es allerdings an praktikablen und verbindliche(re)n Regelungen. Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts „KlimaBau“ wird der Status quo im Umgang mit Witterungseinflüssen erörtert und notwendige Maßnahmen vor dem Hintergrund des Klimawandels skizziert. Dabei nimmt die Betrachtung des „Faktors Mensch“ einen wesentlichen Schwerpunkt ein. Der Forschungsbericht untersucht verschiedene Regelungslücken in Bezug auf Witterungsereignisse. Dabei wird das unternehmerische Spannungsfeld beschrieben und der Konflikt zwischen Regelungsnotwendigkeit und möglichen Einschränkungen herausgestellt. Es wird aufgezeigt, dass sich die Notwendigkeit zur Anpassung von Regelungen insbesondere aus dem Schutz der vor Ort tätigen Arbeitskräfte ergibt. Zudem stellt der Forschungsbericht Handlungsempfehlungen wie beispielsweise die Novellierung der Behinderungsstufen an Schlechtwettertagen und die Erweiterung des Klimaatlas des Deutschen Wetterdienstes vor. Ebenso werden staatliche Hilfen (z. B. die Erweiterung des Saison-Kurzarbeitergeldes) diskutiert.

Significant parts of construction production take place outdoors. Construction companies are dependent in different ways on various weather events (e. g. high and low air temperatures, precipitation, wind). Despite the fact that construction companies have always been dependent on weather events, the existing regulations are incomplete and sometimes unspecific. Due to climate change, it is to be expected that in the future hotter and drier summers will be an increasingly limiting season for construction. On the other hand, winters might become milder and wetter, and therefore could favor continuous construction activity. It is not surprising that demands are becoming louder to take greater account of summer conditions during construction. In particular, there is a lack of practicable and binding regulations to protect those involved in construction. The interdisciplinary research project “KlimaBau” discusses the status quo in dealing with weather influences and outlines necessary measures concerning climate change. The consideration of the "human factor" takes a major focus within the research project. The research report examines various regulatory gaps in relation to weather events. In doing so, the entrepreneurial field of tension is described and the conflict between the need for regulation and the resulting possible restrictions is highlighted. It is shown that the need to adapt regulations arises in particular from the protection of the outdoor workers. In addition, the research report presents recommendations for action, such as the amendment of the “Behinderungsstufen an Schlechtwettertagen” and the expansion of the “Klimaatlas” of the German Weather Service. State aid (e. g., the extension of the seasonal short-time allowance) is also discussed.

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