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Understanding Female Gang Membership in Areas of Urban Insecurity : An Analysis of Combo Girls in Medellín´s Gang Landscape

Affiliation/Institute
Department Sozialwissenschaften, Institut für Internationale Beziehungen
Mann, Katharina

“How can we understand female gang membership in areas of urban insecurity?” Arising in urban deprived areas where state structures are weak, gangs establish parallel orders pertained by deeply entrenched gender perceptions. The girls in the gangs come from the same precarious
backgrounds and participate also in the gangs´ activities. Nonetheless, unlike their male counterparts, female gang members have not received considerable attention in research yet. Little is known about the gang girls in the urban conflict zones and what membership means for them. To understand female membership, this dissertation examines the interplay between the state, the community, the gang and the individual gang girls with regard to deprivation structures that influence the phenomenon of gang girls. Based on a case study in Medellín, Colombia, it illustrates the meaning and consequences of gang life and illuminates the benefits and vulnerabilities membership implies for the girls. The study draws on field work data gained through interviews with state officials, academics, NGO workers and former gang members, both women and men. Revealing insights on intertwining economic, social and security situations of the girls, the study provides a typologisation of female gang membership that acknowledges the diverse appearances of the girl´s belonging to gangs. Female membership is a crucial component that impacts the internal structure of gangs as well as it shapes the dynamics of violence. By considering the role of girls in gangs, a comprehensive analysis of urban insecurity structures is possible. Therefore, this dissertation contributes to the understanding of how violent actors trigger gender dynamics and enforce their coercive orders against the background of fragile statehood.

„Welche Rolle übernehmen Frauen in Gangs und welche Bedeutung birgt ihre weibliche Gang-Mitgliedschaft für sie?“ In urbanen marginalisierten Räumen, welche von schwacher staatlicher Ordnung geprägt sind, etablieren Gangs Parallelstrukturen, die von spezifischen Gender-Dynamiken und -Rollenverteilungen geprägt sind. Frauen, die Teil einer Gang sind, kommen meist aus solch prekären Kontexten und partizipiren in vielfältigerweise an Gangaktivitäten. Dennoch erhielten weibliche Gangmitglieder im Gegensatz zu männlichen bisher kaum Beachtung in der Forschung. Es gibt wenig wissenschaftliche Erkenntnisse über Gangfrauen oder die welche
Bedeutung ihrer Mitgliedschaft in urbanen Konfliktkontexten zukommt. Um das Phänomen der Zugehörigkeit weiblicher Mitglieder zu Gangs umfassend zu verstehen, untersucht diese Doktorarbeit das Zusammenspiel zwischen staatlicher Ordnung, lokalen Gesellschaftstrukturen, Gangsdynamiken und individuellen Lebensrealitäten der Frauen unter Berücksichtigung der
Beeinflussung geschlechter-basierender Deprivationsverhältnisse. Mittels einer Fallstudie in Medellín, Kolumbien, veranschaulicht diese Arbeit die Bedeutung sowie die Konsequenzen weiblicher Gangmitgliedschaft und beleuchtet sowohl Vulnerabilitäten als auch aus der Gangzugehörigkeit entstehende Vorteile für die betreffenden Frauen. Die Erkenntnisse dieser Forschung basieren auf Daten, die im Rahmen von Expert*inneninterviews mit Staatsangestellten, NGO Arbeiter*innen und aktiven wie ehemaligen weiblichen und männlichen
Gangmitgliedern durchgeführt wurden. Einblicke in die vielfältigen Verflechtungen ökonomischer, sozialer und sicherheitsbezogener Aspekte im Leben der Frauen bilden hierbei die Basis für eine Typologisierung weiblicher Gangmitgliedschaft, welche die Vielfältigkeit weiblicher Zugehörigkeit
zu Gangs analysieren. Die Mitgliedschaft von Frauen in Gangs ist eine nicht nur für die interne Gangstruktur maßgeblich prägende Komponente, sondern wirkt sich auch auf die auftretenden Gewaltdynamiken aus. Die
Untersuchung der Rolle von Frauen in Gangs ermöglicht daher ein umfassenderes Verständnis urbaner Unsicherheitsstrukturen, der durch Gewaltakteure verfochtenen Gender-Rollen und der Art, wie diese durch Zwang eigene Ordnungsstrukturen vor dem Hintergrund einer fragilen Staatlichkeit durchsetzen.

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