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Emotionale Nutzer*innenkommentare : Die Bedeutung von Emotionen bei der Rezeption von Nutzer*innenkommentaren zu Online-Nachrichten

Affiliation/Institute
Institut für Kommunikationswissenschaft
Kohout, Susann

Die vorliegende Dissertation beschäftigt sich mit der Frage, welchen Einfluss Emotionen in Nutzer*innenkommentaren zu Online-Nachrichten auf Rezipierende haben können. Die Untersuchung erfolgt unter der Annahme, dass Emotionen aktiv am Prozess der Einstel-lungsbildung beteiligt sind und sich Nutzer*innenkommentare daher auf die Meinungsbil-dung bei der Rezeption von Online-Nachrichten auswirken können. 
Im Rahmen der theoretischer Aufarbeitung werden in dieser Arbeit die zentralen Begriffe Nutzer*innenkommentar und Emotion beschrieben sowie Annahmen zur potenziellen Wir-kung von Emotionen in Nutzer*innenkommentaren hergeleitet. Es wird angenommen, dass durch die Rezeption von Emotionen in Nutzer*innenkommentaren Informationsverar-beitungsprozesse und emotionale Prozesse von Rezipierenden beeinflusst werden können.
Die Untersuchung des angenommenen Einflusses emotionaler Nutzer*innenkommentare auf die Informationsverarbeitung und auf emotionale Prozesse erfolgt in zwei empirischen Studien, die im Anschluss an den theoretischen Teil vorgestellt werden. Mit einem Eye Tracking-Experiment wird der Einfluss von Emotionen in Kommentaren auf die selektive Wahrnehmung und die Wiedererkennung von Kommentarinhalten getestet und mit einer quasi-experimentellen Interviewstudie wird untersucht, ob und wie soziale emotionale Pro-zesse emotionale Reaktionen auslösen können.
Die Ergebnisse der Studien deuten insgesamt auf eine Vorherrschaft der Wirkung negati-ver Emotionen bei der Rezeption von Nutzer*innenkommentaren hin. Negative Emotionen – insbesondere Wut – werden im Prozess der Informationsverarbeitung stärker als positive Emotionen selektiert und verarbeitet. Zudem werden Kommentare unabhängig von verba-len und nonverbalen Ausdrucksmitteln tendenziell eher negativ von Lesenden wahrge-nommen und führen signifikant häufiger zu negativen statt positiven Reaktionen. Inwiefern sich diese Ergebnisse zum Einfluss von Emotionen auf die Urteilsbildung einordnen und bewerten lassen, wird im Abschluss der Arbeit diskutiert. 
Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit ergänzen die aktuelle kommunikationswissen-schaftliche Wirkungsforschung zu Online-Kommentaren mit der Betrachtung von Emotio-nen als vermittelndes Element zwischen Rezeption und Urteilsbildung. 

This dissertation is about the influence of emotions in news related user comments on readers. It is based on the assumption that emotions are actively involved in the process of forming opinions and that user comments can therefore have an impact on opinion formation when reading the news. 
In the first part of the dissertation, user comments and emotions are theoretically conceptualized in order to draw assumptions about the potential effect of emotions in user comments. It is assumed that the reception of emotions in user comments can influence information processing and emotional processes of recipients.
These assumptions are examined in two empirical studies, which are presented in the second part of the dissertation. The influence of emotions in comments on selective perception and recognition of comments is tested in an eye tracking experiment. With an interview study, it is investigated whether and how social emotional processes can trigger emotional reactions.
The results of both studies overall point out to a predominance of the effect of negative emotions in the reception of user comments. Negative emotional comments - especially angry comments - are selected and processed preferred over positive emotional comments. In addition, comments lead significantly more often to negative rather than positive reactions. The extent to which these results on the influence of emotions on judgment formation can be classified and evaluated is discussed in the conclusion of the thesis. 
The results of this study complement current research on the effects of online comments in communication science by considering emotions as a mediating element between reception and opinion formation. 

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