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Über das Lob in der Kunstgeschichte und sein Schicksal

Das Lob bei Festen der Erinnerung ist immer am richtigen Platze, ist es doch der einzig mögliche Ausdruck des Glücks, der Dankbarkeit, der Anerkennung für geleistete Dienste, für das gegebene Vorbild, für erwiesene Menschlichkeit, für die Übertragung von Generation zu Generation eines großen nachahmungswürdigen Beispiels das wir feiern, in der Hoffnung uns auch selbst daran zu bilden und erbauen. Es ist das Setzen eines Denkmals, einer der schönsten Aufgaben der Kunst die leider jetzt nicht oft gewürdigt wird, weil man glaubt, daß Denkmäler, die ja ihrer Natur entsprechend, rühmliches über den Gegenstand ihrer Verherrlichung aussagen, lügen. Doch dem ist nicht so. Sie rühmen ja nur was sie zeigen und lügen oder betrügen nur dann wenn das, was sie zeigen nicht schön und lobenswert, sondern nur eitel und keck oder gar unmenschlich ist, auch dann wenn die Künstler und ihr Publikum eben gerade das Unmenschliche für lobenswert halten und das Häßliche, die Härte, für Tapferkeit ausgeben. Es mag ja sein, daß sie es nicht besser wissen und wir müssen alle in Demut einsehen, daß wir, wenn wir Werturteile fallen, uns irren können, ja zum unweigerlichen Irrtum verurteilt wären, wenn uns nicht, aus dem großen Schatz der Vergangenheit, Kunst und Geschichte Vorbilder zeigten, die uns besser begreifen lassen, was die Kultur des verdienten Ruhmes und der Liebe uns zu bieten hat und wir erkennen, wie sehr wir diesem historischen Betrachten das, wenn wir einmal mit ihm angefangen haben, uns nicht mehr los läßt, für die Gestaltung unseres eigenen Lebens in Dankbarkeit verpflichtet sind.

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